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Albert Baumhoer

Meisterwerkstatt für Orgelbau und Restauration
Südring 29
33154 Salzkotten

fon: 0 52 58 - 93 48 39
fax: 0 52 58 - 93 48 41

info@baumhoer-orgelbau.de

Neuer Prospekt Ditfurt Webseite
Impressionen Ditfurt
Neuer Prospekt Ditfurt
Spieltisch Ditfurt 1
Spieltisch Ditfurt 2
Kastenlade Ditfurt 1
Kastenlade geöffnet Ditfurt
Pfeifenwerk Ditfurt 1
Pfeifenwerk Ditfurt 2
Gravur der Spender Ditfurt
Rückschlagventile Ditfurt
Detail Spieltisch Ditfurt

Disposition

 

I. Hauptwerk C-f’’’

Principal 16'
Bordun 16'
Principal 8'
Gambe 8'
Hohlflöte 8'
Gemshorn 8'
Zartgedackt 8'
Octave 4'
Flöte 4'
Quinte 2 2/3'
Octave 2'
Cornett  5 fach
Mixtur 3 fach 2 2/3'
Trompete 8'

II. Schwellwerk C-f’’’

Gedackt 16'
Geigenprincipal 8'
Salicional 8'
Offenflöte 8'
Lieblich Gedackt 8'
Violino 8'
Voix celeste 8'
Fugara 4'
Flöte 4'
Waldflöte 2'
Mixtur 3 fach 2 2/3'
(beide Mixturen: 22/3', 2', ohne Repetitionen)
 

Pedal C-d’

Offenbaß 16'
Violon 16'
Subbaß 16'
Gedacktbaß 16'
Octavbaß 8'
Cello 8'
Flötenbaß 8'
Posaune 16'

 

Pedalkoppeln (I an P, II an P), Manualkoppel (II an I), Manual-Sub-oktavkoppel (I an I), Manual-Superoktavkoppel (II an II), vier feste Kombinationen, Schwellwerk mit Schwelltritt, Rollschweller für Registercrescendo, Kalkantenzug. Errichtet auf sechs Kastenladen mit pneumatischer Traktur. Ein großer Mehrfalten-Magazinbalg. Winddruck: 95 mm Wassersäule. Preis: 10.434 Reichsmark

 

Die Röver- Orgel der St Bonifatius Kirche in Ditfurt

Das Orgelwerk wurde im Jahre 1903 von der bekannten Orgelbauanstalt Ernst Röver aus Hausneindorf bei Quedlinburg gefertigt. Sie ist als zweimanualiges Orgelwerk konzipiert und verfügt über 33 klingende Register verteilt auf die beiden Manualwerke und das Pedalwerk.

Das Orgelwerk verfügt über pneumatisch gesteuerte Kastenladen die eine patentierte Eigenentwicklung des Vaters von Ernst Röver waren und durch seinen Sohn Ernst bis zur Perfektion weiter entwickelt worden sind. Diese einmalige Konstruktion zur Steuerung der Tonventile gilt in Fachkreisen zu den besten pneumatischen Steuerungen in Bezug auf Spielpräzision und Langlebigkeit. Diese ausgereifte Ingenieursleistung verbunden mit gediegener Handwerksarbeit unter Verwendung bester Materialien hat sicherlich maßgeblich zum Erfolg der Fa. Röver beigetragen.

Man kann die Ditfurter Gemeinde nur zu Ihrer Orgel beglückwünschen da Ernst Röver sich im Bezug auf die verwendeten Materialien Ihrer Orgel nochmals von der damals allgemein üblichen guten Qualität der Instrumente positiv abhebt. So verwendete er sicherlich auch auf besonderen Wunsch der damaligen Gemeinde für die Gehäusekonstruktion massives Eichenholz dessen Bauweise in Rahmen und Füllung ausgeführt ist. Ebenso besteht das Spieltischgehäuse aus wertvollem Eichenholz. Die Holzpfeifen bestehen aus bestem ausgesuchten Kiefernholz wobei die Deckbretter (Labiumseite) nach stehenden Jahresringen ausgewählt wurden. Alle Holzstärken sind besonders kräftig angelegt und es gibt bis auf einige wenige Stellen keinen Holzwurmbefall. Die Metallpfeifen aus Zinnlegierungen sind starkwandig und stabil gefertigt. Das gesamte Orgelwerk steht in einem zu den Seiten und nach vorn geschlossenen Gehäuse mit sehr schönen Stilelementen der Neugotik. Allerdings sind auch in Ditfurt die sichtbaren Prospektpfeifen aus  ehemals hochwertigen Zinnlegierungen im Zuge des II. Weltkrieges per Staatsverordnung gegen minderwertige Zinkpfeifen getauscht worden. Dieses konnte jetzt glücklicherweise im Zuge der Restaurierung wieder rückgängig gemacht werden .

Die Ditfurter Orgel erfreut sich in einem sonst unveränderten Originalzustand und kann repräsentativ für die Leistungsfähigkeit der Werkstatt E.Rövers, welche nur wenige Kilometer von Ditfurt in Hausneindorf entfernt liegt, angesehen werden. Es ist naheliegend dass sie auch als Vorführorgel vom Erbauer benutzt wurde.

Wie durch ein Wunder wurde in der Vergangenheit besonders klanglich nichts verändert. Das Orgelwerk wurde nur einmal in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gereinigt und in der originalen Stimmtonhöhe gestimmt.

Sie überstand in diesem Zustand wohlbehütet durch aufmerksame verantwortungsvolle Gemeindmitglieder den Wirren der Zeit im Schutz der St. Bonifatiuskirche.

 

Folgende Arbeiten wurden durch unsere Werkstatt ausgeführt.

 

Neben einer Generalreinigung wurde die durch Wasserschäden defekte und undichte Balganlage repariert und ein neues leistungsfähiges Gebläse eingebaut. Der Spieltisch wurde fachgerecht aufgearbeitet und in allen Funktionen neu reguliert welches die

Spielart und Präzision wesentlich verbessert hat. Die Windladen wurden geöffnet, Verschleißteile und Polsterungen der Ventiltechnik wurden erneuert. Defekte Tonbälgchen wurden ausgebaut und neu beledert . Die Ventilscheiben wurden mit neuen weichen Lederscheiben bestückt und neu einreguliert.

Einbau neuer Prospektpfeifen nach originalen Mensurangaben aus hochwertiger Zinn-Bleilegierung.

Reparatur aller Holz und Metallpfeifen. Generalintonation und Stimmung nach E. Röver.

Aufarbeitung des Orgelgehäuses aus massivem Eichenholz durch Gemeindemitglieder (Reinigung und Oberflächenschutz mit Holzöl und Wachs).

Die Werkstatt von Ernst Röver in Hausneindorf, 2007

Werkstatt Röver 2006
Werkstatt Röver 2006 2

 

“Die Kastenlade ist gekennzeichnet durch Präzision und Schnelligkeit, wie man sie für eine pneumatische Tontraktur nicht erwarten würde. Röver hat dieses System zu einer derartigen Perfektion gebracht, daß man keinerlei Einschränkungen hinsichtlich der Kontrolle des Spiels hinzunehmen braucht (siehe Video). Eine pneumatische Tontraktur à la Röver steht einer mechanischen Traktur wirklich in nichts nach.
Das Team der Orgelbauwerkstatt Baumhoer zollt als Spezialist für die Restaurierung pneumatischer Systeme mit einer unnachahmlichen Durchdringing des komplexen Spielsystems “Kastenlade” dem Genius Ernst Röver tiefen Respekt. Eine äußerst gelungene Restauration!” (Peter Ewers)

Ditfurt-Prospekt-Säule0003
Ditfurt-Prospekt0014
Ditfurt-Spieltisch000302