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Die Röver- Orgel der St Bonifatius Kirche in Ditfurt
Das Orgelwerk wurde im Jahre 1903 von der bekannten
Orgelbauanstalt Ernst Röver aus Hausneindorf
bei Quedlinburg gefertigt. Sie ist als zweimanualiges Orgelwerk konzipiert und verfügt über 33 klingende Register verteilt auf die beiden Manualwerke und das Pedalwerk.
Das Orgelwerk verfügt über pneumatisch gesteuerte
Kastenladen die eine patentierte Eigenentwicklung des Vaters von Ernst Röver waren und durch seinen Sohn Ernst bis zur Perfektion weiter entwickelt worden sind. Diese einmalige Konstruktion zur Steuerung
der Tonventile gilt in Fachkreisen zu den besten pneumatischen Steuerungen in Bezug auf Spielpräzision und Langlebigkeit. Diese ausgereifte Ingenieursleistung verbunden mit gediegener Handwerksarbeit
unter Verwendung bester Materialien hat sicherlich maßgeblich zum Erfolg der Fa. Röver beigetragen.
Man kann die Ditfurter Gemeinde nur zu Ihrer Orgel
beglückwünschen da Ernst Röver sich im Bezug auf die verwendeten Materialien Ihrer Orgel nochmals von der damals allgemein üblichen guten Qualität der Instrumente positiv abhebt. So verwendete er
sicherlich auch auf besonderen Wunsch der damaligen Gemeinde für die Gehäusekonstruktion massives Eichenholz dessen Bauweise in Rahmen und Füllung ausgeführt ist. Ebenso besteht das Spieltischgehäuse aus
wertvollem Eichenholz. Die Holzpfeifen bestehen aus bestem ausgesuchten Kiefernholz wobei die Deckbretter (Labiumseite) nach stehenden Jahresringen ausgewählt wurden. Alle Holzstärken sind besonders
kräftig angelegt und es gibt bis auf einige wenige Stellen keinen Holzwurmbefall. Die Metallpfeifen aus Zinnlegierungen sind starkwandig und stabil gefertigt. Das gesamte Orgelwerk steht in einem zu den
Seiten und nach vorn geschlossenen Gehäuse mit sehr schönen
Stilelementen der Neugotik. Allerdings sind auch in Ditfurt die sichtbaren Prospektpfeifen aus ehemals hochwertigen Zinnlegierungen im Zuge des II. Weltkrieges per Staatsverordnung gegen minderwertige Zinkpfeifen getauscht worden. Dieses konnte jetzt glücklicherweise im Zuge der Restaurierung wieder rückgängig gemacht werden .
Die Ditfurter Orgel erfreut sich in einem sonst
unveränderten Originalzustand und kann repräsentativ für die Leistungsfähigkeit der Werkstatt E.Rövers, welche nur wenige Kilometer von Ditfurt in Hausneindorf entfernt liegt, angesehen werden. Es ist
naheliegend dass sie auch als Vorführorgel vom Erbauer benutzt wurde.
Wie durch ein Wunder wurde in der Vergangenheit
besonders klanglich nichts verändert. Das Orgelwerk wurde nur einmal in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gereinigt und in der originalen Stimmtonhöhe gestimmt.
Sie überstand in diesem Zustand wohlbehütet durch
aufmerksame verantwortungsvolle Gemeindmitglieder den Wirren der Zeit im Schutz der St. Bonifatiuskirche.
Folgende Arbeiten wurden durch unsere Werkstatt
ausgeführt.
Neben einer Generalreinigung wurde die durch
Wasserschäden defekte und undichte Balganlage repariert und ein neues leistungsfähiges Gebläse eingebaut. Der Spieltisch wurde fachgerecht aufgearbeitet und in allen Funktionen neu reguliert welches die
Spielart und Präzision wesentlich verbessert hat. Die
Windladen wurden geöffnet, Verschleißteile und Polsterungen der Ventiltechnik wurden erneuert. Defekte Tonbälgchen wurden ausgebaut und neu beledert . Die Ventilscheiben wurden mit neuen weichen
Lederscheiben bestückt und neu einreguliert.
Einbau neuer Prospektpfeifen nach originalen
Mensurangaben aus hochwertiger Zinn-Bleilegierung.
Reparatur aller Holz und Metallpfeifen.
Generalintonation und Stimmung nach E. Röver.
Aufarbeitung des Orgelgehäuses aus massivem Eichenholz
durch Gemeindemitglieder (Reinigung und Oberflächenschutz mit Holzöl und Wachs).
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