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Erläuterungen zur Restauration der großen Orgel von Wilhelm Rühlmann in Hettstedt
Das gesamte Pfeifenwerk der Orgel ist unverändert erhalten geblieben.
Wilhelm Rühlmann baute an dieser Orgel seine äußerst präzisen und unverwüstlichen Kastenladen ein und verwendete für den Bass der Manualwerke I und II sowie das Pedalwerk Kegelladen.
Beide Ladensysteme
(Zustrom- und Abstromsystem) glänzen durch die Verwendung bester Materialien. Die hervorragende Lederqualität, verbunden mit der genialen Konstruktion der im System der Kastenlade gut geschützen Bälge (Ton- und
Registersteuerung), liessen das Instrument knapp 100 Jahr störungsunanfällig seine Dienste verrichten.
Undichtigkeiten, extreme Verschmutzung (keine Reinigung in 80 Jahren) machten jetzt eine grundlegende
Revision des Instrumentes nötig.
Alle Windladen wurden zerlegt und gegen Schädlingsbefall behandelt. Von
Schädlingen befallene Holzpfeifen wurden rekonstruiert und wieder eingebaut. Die Dichtflächen der Ventile wurden gereinigt, die Blattfedern zur Ventildichtung reguliert. Die defekten Bälge des Tonsventilsystem
(mehr Details) wurden erneuert. Das Steuerrelais des Abstromsystems wurde neu reguliert und mit neuen Membranen bestückt. Der in Folge des I. Weltkriegs eingezogene Zinnprospekt wurde nach historischen Vorlagen
bei Wilhelm Rühlmann sen. rekonstruiert und neu eingegliedert.
Das restaurierte Instrument zeigt sich heute in seinem originalen Klangbild
und kann auch nach knapp 100 Jahren durch Frische und Kraft überzeugen. Besonderen Wert wurde hierbei auf die Erhaltung der historischen Intonation gelegt, die nur durch Beibehaltung der originalen Winddrücke
möglich ist.
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